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Abb.: Hans-Erich Fröhlich
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Liebe Leserin, lieber Leser,

vor 75 Jahren, noch vor dem Höhepunkt des 18. Sonnenfleckenzyklus, schnellte eine bis dato ruhende Protuberanz binnen zweier Stunden von anfänglich 350 000 km bis auf 1,7 Millionen Kilometer über die Sonnenoberfläche empor. Dieser Urahn aller eruptiven Protuberanzen, „Granddaddy“ im Jargon der Sonnenforscher, war am 23. Mai am Ostrand der Sonne aufgetaucht und nichts deutete auf das plötzliche Verschwinden am 4. Juni 1946 hin.

Eine Protuberanz ist ein über der Sonne senkrecht schwebendes schei­ben­för­miges Gebilde relativ kühlen Gases. Sie leuchtet im Lichte der roten Wasserstofflinie (Hα) bei 656,3 nm und kann mit einem Protuberanzenfernrohr durch ein Hα-Filter auch außerhalb einer Sonnenfinsterniss am Sonnenrand als „Hervortretung“ beobachtet werden. Vor dem hellen Hintergrund der Sonnenscheibe, in der Draufsicht, macht sie sich durch Hα-Absorption als ein dunkles schmales Filament von einigen Tausend Kilometern Dicke bemerkbar. Eine Protuberanz markiert die Grenze von magnetisch unterschiedlich gepolten Regionen auf der Sonne. Getragen wird der Milliarden-Tonner von einem arkadenförmigen Magnetfeld, das vom magnetischen Norden zum magnetischen Süden reicht und (wegen der Protuberanz Gewicht) eine Einsenkung aufweist. Stellt man sich die magnetischen Feldlinien als Gummiseile vor, so könnte man sagen, eine Protuberanz hängt in den Seilen. Ruhende Protuberanzen können ggf. in so einer Magnettasche Sonnenrotationen überdauern, wobei sie sich allerdings langsam drehen, was wiederum das Magnetfeld aufwickelt. Eine ruhende kann sich, wie vor 75 Jahren geschehen, zu einer eruptiven Protuberanz mausern. Ursache könnte rascher Gewichtsverlust sein. Gas fällt entlang magnetischer Feldlinien nach unten, das entlastete verdrillte Magnetfeld schnellt nach oben und schleudert einen koronalen Massenauswurf (sog. CME) in den Raum.

Die mit gut fünftausend Grad recht kühlen Protuberanzen ragen in eine Millionen Grad heiße Sonnenkorona hinein. Vor 90 Jahren, im Juni 1931, erfuhr die Fachwelt von dieser Hitze. Seit dem wüsste sie gerne, was die Sonnenkorona so heiß macht? Dieser hochsommerlichen Frage geht nach

Ihr Hans-Erich Fröhlich

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