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Abb.: Hans-Erich Fröhlich
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Der Unterschied zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ist für uns Wissenschaftler eine Illusion, wenn auch eine hartnäckige.

Albert Einstein (1879–1955)

 

Liebe Leserin, lieber Leser,

in der Septemberausgabe war von H. G. Wells' „Zeitmaschine“ (1895) die Rede gewesen, diesmal ist an Wells' Bestseller aus dem Jahre 1898 zu erinnern. Vor 80 Jahren nämlich, zu Halloween 1938, sorgte eine Hörspielfassung von „Krieg der Welten“ mit Orson Welles (1915–1985) in einigen Bundestaaten der USA für öffentliche Aufregung. Die fingierte Rundfunkreportage über eine Invasion vom Mars klang echt! Fake News à la 1938.

Uns interessiert nach wie vor, warum es eine auszeichnete Zeitrichtung gibt, obwohl alle physikalischen Elementarvorgänge zeitumkehrbar sind. Der thermodynamische Zeitpfeil, von dem bereits die Rede war, er entsteht aus Unkenntnis des Details. Man gibt sich mit Summen und Mittelwerten zufrieden, wobei Information verloren geht. Der Komplexitätsforscher Murray Gell-Mann (geb. 1929) unterscheidet zwischen „feinkörnigen“ und „grobkörnigen“ Schilderungen der Wirklichkeit. Bei ersteren existiert kein Zeitpfeil, alles liegt von Anbeginn an fest. Das träfe, so der Quantenphysiker, auch bei quantenphysikalischer Betrachtung zu. Die Asymmetrie zwischen Vergangenem und Zukünftigem ergäbe sich, operiert man mit weniger Größen als zu einer exakten Beschreibung notwendig wären. Die Zunahme der Entropie (Unordnung, informationstheoretische Ungewissheit) mit der Zeit ist einer „grobkörnigen“ Beschreibung geschuldet, der nichts an Feinheiten (Detailtreue) gelegen ist.

Filmte man ein komplexes Geschehen, wie z. B. das Eindringen eines Elephanten in einen Porzellanladen, mit extrem hoher Auflösung, atomarer, so würde man bei der Fixierung auf einen x-beliebigen winzigen Ausschnitt keinen Unterschied bemerken, liefe der Film rückwärts. Bei Betrachtung des Gesamtbildes  hingegen ist klar, in welcher Reihenfolge sich das Geschehen abgespielt haben muss.

Diesmal soll es um den „kosmologischen Zeitpfeil“ gehen. Das Thema erweist sich als umfänglicher als gedacht. Es wird daher einer weiteren Fortsetzung bedürfen, bevor wir uns der Frage widmen, was man von Zeitreisen, insbesondere solchen in die Vergangenheit, zu halten hat.

Für die Verspätung bei der Oktoberausgabe bittet um Entschuldigung

Hans-Erich Fröhlich

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