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Abb.: Hans-Erich Fröhlich
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Liebe Leserin, lieber Leser,

es gibt verstörende Neuigkeiten von der Gravitationswellenfront. Im Mai vorigen Jahres wurde ein Ereignis registriert, GW 190521, welches, glaubt man das Unglaubliche, von der Verschmelzung zweier schwarzer Löcher zu einem einzigen von 150 Sonnenmassen (M) kündet. Das ist ein Rekord! Verstörend ist, dass das Hauptloch um die 85 M gewogen haben soll. Sternphysiker sind irritiert. Ihrer Meinung nach kann es keine schwarzen Löcher stellaren Ursprungs dieser Größe geben. Nun wird spekuliert, zumindest das schwerere Loch sei selbst Produkt einer Fusion von kleineren (stellaren) schwarzen Löchern gewesen. Man spricht von hierarchischem Wachstum. Die Floskel meint Kannibalismus: die Großen wachsen auf Kosten der Kleinen. Auf diese Weise könnten auch die super-massereichen Schwerkraftmonster in den Zentralgebieten von Galaxien und Quasaren entstanden sein, Gebilden, die bis zu einigen Dutzend Milliarden Sonnenmassen auf die Waage bringen.

Da der Schwarzschildradius eines schwarzen Lochs proportional seiner Masse ist – eine Sonnenmasse misst 2,9 km –, addieren sich beim Fusionieren die Radien. Die „Oberfläche“ des Ereignishorizonts hängt hingegen quadratisch vom Radius ab. Der Oberflächengewinn beim Einverleiben ist maximal, fusionieren gleichschwere Löcher miteinander. Diese Mathematik hat Bedeutung: Die Oberfläche eines schwarzen Lochs wird mit seiner Entropie identifiziert. Sie kann nur zunehmen. Befördert die Natur mit Ereignissen, wie dem vom 21. Mai 2019, maßgeblich die Entropieproduktion im Universum?

Vor 100 Jahren, am 31. Oktober 1920, entdeckte Walter Baade (1893–1960), damals noch an der Sternwarte Hamburg-Bergedorf, einen ungewöhnlichen Asteroiden. 944 Hidalgo, wie er später getauft wurde, hält sich nicht im klassischen Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter auf. Die Bahn ist stark gegen die Ekliptik geneigt und hoch-exzentrisch. Sein Sonnenabstand pendelt zwischen Mars- und Saturnentfernung. Erst 1977 wurde ein weiterer Geselle entdeckt, der das Reich der Riesenplaneten kreuzt: 2060 Chiron. Nach diesem, einem Fabelwesen, halb Pferd, halb Mensch, werden die chaotischen Wanderer zwischen den Welten als Zentauren bezeichnet. Vermutlich stammen sie alle aus dem Edgeworth-Kuiper-Gürtel, jenem äußeren Asteroidengürtel jenseits des Neptun, und haben sich erst kürzlich hierher verirrt. Dafür spricht, dass (a) ihre Bahnen himmelsmechanisch nicht stabil sind und (b) einige dieser Asteroiden Ausgasung zeigen – wie Kometen! Sie sind Neulinge und haben sich noch einen eisigen Vorrat an flüchtigen Substanzen bewahrt. Letzteres spricht für eine Herkunft aus der erwähnten „Kühltruhe“ des Sonnensystems. Baades Hidalgo wäre demnach ein „abgehalf­teter“ Komet der sog. Saturnfamilie, dessen Schicksal nun in des Jupiter Hand liegt.

Bei Interesse an einer Paarbildungs-Instabilität bitte weiterlesen!

Ihr Hans-Erich Fröhlich

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