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Abb.: Hans-Erich Fröhlich
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Schwarze Löcher sind, wo Gott durch Null dividiert hat.

Steven Wright (geb. 1955)

 

Liebe Leserin, lieber Leser,

vor 230 Jahren wurde in England, im County Devonshire, Charles Babbage geboren. Der erfindungsreiche Mathematiker, Mitbegründer der Royal Astronomical Society und Mitglied der Statistical Society, starb 1871 in London. Vier Jahre vor Hermann von Helmholtz (1821–1894) erfand er den Augenspiegel, was unbeachtet blieb. Bekannt wurde Babbage durch die Konstruktion eines Rechenautomaten zur Erstellung von Funktionstabellen, seiner Differenzenmaschine. 1822 stellte er das Projekt der Königlich-Astronomischen Gesellschaft in London vor und erhielt 1700?£ Anschubfinanzierung für ein Pilotprojekt. Das war vor nunmehr 200 Jahren. Die Maschinerie bestand aus 25?000 Einzelteilen. Funktioniert hatte sie nie. Die Fertigungsgenauigkeit im viktorianischen England ließ dies nicht zu. Babbage dachte weiter. Er träumte 1834 von einem Lochbandgesteuerten Rechenautomaten mit einem 20-kByte-Speicher, der „Analytical Engine“, und er hatte auch bereits eine erste Pro­gram­mier­­„kraft“ an der Hand. Die mathematisch begabte Tochter des romantischen Dichters Lord Byron (1788–1824), Lady Augusta Ada King, Gräfin von Lovelace (1815–1852), erkannte das Potenzial der Maschine, das weit über das rein Numerische hinausgeht. So ein Universalcomputer könne im Prinzip alles – sogar Musik komponieren! (Sie selbst schrieb ein Programm zur Berechnung von Bernoulli'schen Zahlen.) Heute ist eine Programmiersprache nach der Lady benannt. Anders als Alan Turing (1912–1954) ein Jahrhundert darauf, sprach sie dem programmierbaren Computer Kreativität ab. Künstliche Intelligenz (KI) war noch kein Thema, und der menschliche Geist schwebte noch unangefochten über den Dingen.

Ein Bild machte im Mai Schlagzeile. Unter der Rubrik „Aus Wissenschaft und Technik“ stieß man unweigerlich auf die 1,3-mm-Radioaufnahme des innersten Kerns der Galaxis. Es handelt sich um die prominente Radioquelle Sagittarius A*, kurz Sgr?A*. (Dass der Schütze eine himmlische Quelle von „Störstrahlung“ ist, war 1933 dem Radiopionier Karl Guthe Jansky (1905–1950) von den Bell Telephone Laboratories? aufgefallen.) Das schwarze 4-Millionen-Sonnenmassen-Loch selbst ist unsichtbar. Aber seinen Schatten sieht man dank der hellen Umgebung. Letztere beweist, dass das schwarze Loch nicht von der Welt isoliert ist. Gewöhnlich einverleibt es sich gravitativ Materie aus der Umgebung. Da es vergleichsweise winzig ist, verdaut es nur drehimpulsarme Nahrung, d.?h., Rotationsenergie muss im großen Stil „vernichtet“ (dissipiert) werden, damit Stoff nach Innen – ins Loch – und Drehimpuls nach außen abfließen kann. Es ist diese Energiedissipation durch eine viskose („zähe“) Akkretionsscheibe, welche die Umgebung eines schwarzen Lochs hell aufleuchten lässt. Mehr zu Sgr?A* in diesem Newsletter,

Ihr Hans-Erich Fröhlich

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