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Abb.: Hans-Erich Fröhlich
Aktuelle Ausgabe
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[W]enn wir forschen nach dem Ursprunge der Triebkräfte, die wir in unseren Dienst nehmen, so werden wir gewiesen auf die meteorologischen Vorgänge in der Atmosphäre der Erde, auf das Leben der Pflanzen im Ganzen, auf die Sonne.

Hermann Helmholtz (1821–1894)

 

Liebe Leserin, lieber Leser,

Helmholtz und die freie  Energie sind Thema der August-Ausgabe. Auch geht es (wieder einmal) um den Wind und seine Nutzung. Wie üblich zunächst einige astronomische August-Ereignisse:

Vor 30 Jahren, am 30. August, entdeckten der Mauna-Kea-Astronom David C. Jewitt (geb. 1958) und seine Doktorantin Jane X. Luu (geb. 1963) in den Fischen den ersten transneptunischen Himmelskörper nach dem Pluto-Charon-Duo. Das lichtschwache Objekt „1992 QB₁” von 23. Größe und gut 100 km Durchmesser wurde von der IAU 2018 auf den Namen 15760 Albion getauft. (Albion ist eine mythologische Bezeichnung für die Britische Insel.) Mit Albion begann recht eigentlich die Erforschung des Edgeworth-Kuiper-Gürtels. Inzwischen sind 2400 Himmelskörper in jener entlegenen Region des Sonnensystems aufgespürt worden.

Vor 200 Jahren, am 25. August 1822, starb nahe dem englischen Windsor der Militärmusiker und Astronom Sir Friedrich Wilhelm Herschel (geb. 1738). Herschel hatte am 13. März 1781 den Uranus entdeckt gehabt. Es war die erste Neuentdeckung eines Planeten seit grauer Vorzeit! Das beförderte ihn zum Privatastronomen von König Georg III. Er fand 1787 die Uranusmonde Oberon und Titania und 1789 die Saturnmonde Enceladus und Mimas. 1800 fiel ihm auf, dass auch jenseits des sichtbaren Roten im Sonnenspektrum die Sonne strahlt. Er ist damit der Begründer der Infrarotastronomie.

In dem Monat als Sir William starb erblickte in Berlin Heinrich Louis d'Arrest das Licht der Welt. Der Nachfahre französischer Hugenotten machte sich als Kometenentdecker einen Namen – und er war dabei, als am 23. September 1846 Johann Gottfried Galle (1812–1910) den Neptun entdeckte. Das Jahr zuvor war d'Arrest Assistent von Johann Franz Encke (1791–1865) geworden. Sternwartendirektor Encke feierte just seinen 55. Geburtstag, als seinem Observator und seinem Assistenten am Fraunhofer-Refraktor der Sternwarte der große Wurf gelang, die Auffindung des „Berliner Planeten“ aufgrund des von Urbain Leverrier (1811–1877) berechneten Ortes. Der Neptunmitentdecker starb 1875 in Kopenhagen. Dort hatte er Galaxienhaufen studiert, insbesondere den Coma-Haufen.

Noch weiter zurück liegt die Entdeckung der Südpolkappe des Mars durch Christiaan Huygens (1629–1695) am 13. August des Jahres 1672. Das ist 350 Jahre her. Die Polkappen des Mars könnten sich wegen des dort erhaltenen Wassers für Marsfahrer als bedeutsam erweisen. (Das in den Wintern ausgefrorene „Trockeneis“ (CO2) sublimiert in den Sommern.) Wasser ist knapp auf dem trockenen Planeten. Wegen dessen geringer Schwere (0,38 g) und des fehlenden magnetischen Schutzschirmes dürfte spätestens nach dem Abschalten des Marsdynamos dem Mars sein flüssiges Wasser abhanden gekommen sein. Der Wasserstoff entwich in den Weltenraum, der 16-mal schwerere (also viermal langsamere) Sauerstoff verpasste dem Mars seine charakteristische rostrote Färbung.

Wie würde wohl der „Reichskanzler der Physik“ und Schöpfer des Terminus technicus „freie Energie“ (1882), Herr von Helmholtz, reagieren, vernähme er, wie unbedacht Politik und Gesellschaft von „erneuerbaren“ Energien daherreden, wo doch Energie das einzige in der Welt ist, das partout nicht erneuerbar ist? Er würde uns gehörig die Leviten lesen, meint

Ihr Hans-Erich Fröhlich

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