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Abb.: Hans-Erich Fröhlich
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Liebe Leserin, lieber Leser,

New Horizons  hat Anfang des Jahres den Vorbeiflug am transneptunischen Objekt (TNO) „Ultima Thule“ mit Bravour gemeistert! Die ersten Funkbilder haben uns aus 6 1/2 Milliarden Kilometern Entfernung erreicht. Sie zeigen einen – „Schneemann“! Wie zuvor vermutet, handelt es sich um zwei „dreckige Schneebälle“, die jetzt einander berühren, wobei des Schneemannes „Kragen“ seltsam hell erscheint. Der Korpus des Mannes, Ultima geheißen, misst 19,5 km, sein Kopf, Thule, bringt es auf 14,2 km. Man darf auf die Auswertung der Daten vom Vorbeiflug gespannt sein. Ultima Thule gibt Rätsel auf: Wenn Ultima und Thule einst getrennt waren, wie fanden sie zueinander? Und wieso rotiert das Gesamtgebild mit rund 15 Stunden Rotationsdauer ausgesprochen langsam? (Der Einfang eines drehimpulsbelasteten Begleiters aus einer nahen Umlaufbahn sollte zu sehr schneller Rotation führen.)

Alles deutet darauf hin, dass 2014 MU69, so die bislang offizielle Bezeichnung, das Primitivste unter der Sonne ist, was Menschen bisher zu Gesicht bekommen haben. Der Transneptunier treibt sich seit 4 1/2 Milliarden Jahren im Eiskeller des Sonnensystems herum, dem Kuiper-Gürtel. Die Bahn ist ziemlich kreisförmig, der Sonne sind „Ultima“ und „Thule“ nie nahegekommen. (Es sei angemerkt, dass es TNO mit einer spannenderen Vorgeschichte gibt!) Von der Größe her handelt es sich um ein typisches Planetesimal, ein Planetenbaustein, der halt weder in einen Planeten „verbaut“, noch von der Planetenbaustelle entfernt wurde. Völlig spurlos dürften die Jahrmilliarden nicht an „Ultima Thule“ vorbei gegangen sein. Kosmische Strahlung und das UV der fernen Sonne werden dem Paar oberflächlich  zugesetzt, d. h. es chemisch verändert haben, was die rötliche Färbung erklärte.

Vor einem halben Jahrhundert, am 8. Februar 1969, bekam die Erde Besuch aus dem All. Ein 5-t-Projektil, eine seltene Art von Steinmeteorit, zerbarst und ein Gesteinsregen ging in der Westlichen Sierra Madre im Norden Mexikos nieder, nahe dem Flecken Pueblito de Allende im Bundesstaat Chihuahua. Die Rede ist vom berühmten Allende  Meteoriten.

In jener Morgenstunde vor 50 Jahren gelangte 4 1/2 Milliarden Jahre altes Planetenbaumaterial durch Zufall in unsere Hände!

Sieben Monate danach kam es zu einem weiteren bemerkenswerten Meteoritenfall. Am 28. September 1969 traf es den Süden Australiens. Nahe Murchison im Staate Victoria fielen Fragmente eines weiteren kohligen Chondriten  vom Himmel. Im Murchison-Meteoriten wurden erstmals extraterrestrische Aminosäuren und zuckerähnliche Verbindungen nachgewiesen. Aminosäuren sind Eiweißbausteine, diverse „Zucker“, sog. Polyole, bilden das Gerüst für viele organische Moleküle, die das Leben so braucht! Die Grundstoffe des Lebens wurden vermutlich lange vor der Bildung des Sonnensystems in interstellaren Molekülwolken, womöglich unter dem Einfluss von Sternstrahlung, vorfabriziert.

Das Jahr 1969, für Meteoritenjäger war es das Jahr der primitiven Meteoriten, der kohligen Chondrite,

Ihr Hans-Erich Fröhlich

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