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Abb.: Hans-Erich Fröhlich
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Liebe Leserin, lieber Leser,

vor zwei Jahren, im Oktober 2017, wurde der erste interstellare  „Reisende“ entdeckt, der unser Sonnensystem beehrt. Er bekam, da auf Maui (Hawaii) mit einem Weitwinkelteleskop aufgefunden, einen Hawaiischen Namen verpasst: I1/'Oumuamua. Das vorgestelle „I“ ist neu und verweist auf den interstellaren Ursprung. Ursprünglich als interstellarer Komet klassifiziert, entpuppte sich 'Oumuamua als Langweiler, als inaktiver Asteroid ohne jedwede Ausgasung, und das, obwohl er der Sonne bis auf 1/4 AU nahe kam. Aus dem Lichtwechsel konnte man schließen, dass er von zigarrenförmiger Gestalt sein muss. Am 30. August nun fand Gennady Borisov, ein Amateur­astronom, der am Krimobservatorium (Nautschnyj) forscht, endlich einen richtigen Kometen aus dem interstellaren Raum. Dieser erhielt zunächst die vorläufige Bezeichnung C/2019 Q4. Das vorgestellte „C“ steht für Komet. Nun ist die Aufregung groß. Komet Borisov ist noch auf dem Weg zum Periheldurchgang. Er gast prächtig aus und wird heller. Spektroskopiker analysieren anhand von Spektren seine Chemie, die Chemie eines fremden Sonnensystems.

Vor 80 Jahren, am 1. Oktober 1939, wurde in Cincinnati, Ohio, George Robert Carruthers geboren. Der Ingenieur afrikanischer Abstammung machte sich einen Namen durch den Bau von UV-Teleskopen. 1970 entdeckte er mit einem UV-Spektrographen an Bord einer Höhenrakete den interstellaren molekularen Wasserstoff (H2). Das Molekül ist symmetrisch aufgebaut und deshalb schwer nur zu entdecken, obwohl es in Unmengen in den interstellaren Gefilden der Galaxis lagert. Es ist das  Baumaterial für zukünftige Sterne. Da die Erdatmosphäre die UV-Strahlung aus dem All verschluckt, ist man bei Forschungen im UV-Bereich generell auf hochfliegende Teleskope angewiesen. Ein Carruthers-Instrument flog mit Apollo-16 zum Mond und zurück und erforschte u. a. die Erdatmosphäre – von außen.

Vor 60 Jahren bekam man zum ersten Mal die Mondrückseite zu sehen! Die sowjetische Mondsonde Lunik (Luna) 3 umflog am 7. Oktober den Erdtrabanten und fotografierte ihn von hinten. Die Überraschung war perfekt: Keine großen dunklen Basaltmaria, wie man sie vom Antlitz des Mondes her kennt. Die „dunkle Seite des Mondes“ erwies sich als die hellere. Vermutlich hängt das mit der verstärkten Kruste dort zusammen, die magmatische Ergüsse behindert.

Die CCD (Charge-Coupled Device) wird 50! Sie ist computerfreundlich und aus dem Alltagsleben (Digitalkamera) nicht mehr wegzudenken. Für den Astronomen war der Bildsensor ein Geschenk des Himmels! Die CCD ist hochempfindlich und vor allem linear. Sie ersetzte auf fast allen Gebieten die Fotoplatte. Den Erfindern Willard Sterling Boyle (1924–2011) und George Elwood Smith (geb. 1930) sei dank! Ihnen wurde 2009 der Physiknobelpreis zuerkannt.

Bleibt anzumerken, dass im Oktober 1979, vor einem halben Menschenalter, Douglas Noel Adams' (1952–2001) „Per Anhalter durch die Galaxis“ in den Buchläden auftauchte.

Ihr Hans-Erich Fröhlich

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