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Meine sehr verehrten Damen und Herren,

wir säßen wohl kaum hier, hätte der Himmel nicht mitgespielt. Damit Leben möglich wurde, mussten kosmischerseits gewisse Vor­aus­setzungen erfüllt sein. Von diesen soll hier die Rede sein.

Lassen wir mal alles Feinstoffliche, Unwägbare beiseite, was die Persönlichkeit ausmacht, und bitten wir einen Chemiker um eine gro­be Analyse unseres Körpers. Was stellt er fest? Der Mensch be­steht aus Wasser. Das ist nicht neu. Schon der römische Kaiser Marc Aurel konstatierte einst sinnend, das Wesen des Menschen sei flüssig. Hinzu kommen Kohlenstoffverbindungen — wir haben es mit organischer Chemie zu tun —, und dann gibt es da noch u.a. die 5 g Eisen, die dem Blut (und dem Mars übrigens auch) seine rostrote Färbung verleihen — Eisen, das in den roten Blutkörperchen Sauerstoff bindet, damit wir atmen kön­nen. Woher kommt das alles, das Wasser, das Eisen, der Sau­er­stoff? Gab es diese Stoffe schon immer?

Neben simplen Materialfragen tauchen andere auf, subtilere: Leben bedarf des Licht. Fragen wir uns also, ob Leben in der Nähe von Ster­nen denkbar ist, die gänzlich anders sind als unsere Sonne oder bloß viel schneller rotieren als diese. Aber nicht nur der Sonne, ihrer Lang­sam­keit, schulden wir Dank, was wären wir ohne den Mond, was ohne Jupiter? Um die Bedeutung des Jupiter für die Entstehung des Lebens auf der Erde zu ermessen, müssen wir tief in den «Brunnen der Ver­gangen­heit» hinabsteigen, bis in die Zeit als das Sonnen­sys­tem ent­stand, vor 4,5 Milliarden Jahren.

Hätte man Zeit, lohnte es sich auch über den menschlichen Geist nach­zu­den­ken. Es war die stupide Regelmäßigkeit der Erscheinungen am gestirnten Himmel, die Anlass gab zur Geburt der modernen Naturwissenschaft. Nicht die außergewöhnlichen Erscheinungen, wie Kometen. Die machten und machen wieder nur Angst. Erlebten wir (wie fiktive Ve­nus­be­woh­ner) nie die Sterne, sondern immer nur Wetter, wir glaubten be­stimmt noch an magische Mächte, an den launischen Wettergott eben.

Den Vortrag zu gliedern, mache ich eine Anleihe bei den alten Griechen. Sie unterschieden vier Urstoffe: Feuer, Erde, Wasser und Luft. (Wie ich inzwischen weiß, beziehen sich Astrologen auch gerne auf die vier Elemente. Das soll mich aber nicht hindern, die alten Griechen hier meinerseits und für meine Zwecke zu vermarkten.)

Luft

Der vierte Urstoff der griechischen Naturphilosophen, die Luft, ist Anlass. über das Klima und seine Hinfälligkeit nachzudenken. Die Atmosphären der Nachbarplaneten Venus und Mars haben wenig mit der irdischen gemein.

Wasser

Leben sei «animiertes Wasser», so der russische Denker und Begründer der Biogeochemie Vladimir Vernadsky. Vorhin hörten wir, dass die wichtigste Lebensäußerung, die Photosynthese, auf der Spaltung von Wasser beruht. Sogar für die Gehirnelektrik ist Wasser zuständig (im Ggs.

Erde

Das zweite Urelement der alten Griechen ist die Erde. Die Bildung erdähnlicher Planeten blieb nicht ohne Folgen. Leben, wie wir es kennen, ist nur auf erkalteten Festkörpern, Planeten eben, möglich.

Feuer

Die chemischen Elemente wurden im Inferno thermonuklearen Feuers geschmiedet. Das einfachstes Element, der Wasserstoff (H), ist auch das weitaus häufigste. Allerdings ist jedes zehnte Atom im Weltall ein Heliumatom (He). Der Grund: Helium entsteht bei großer Hitze thermonuklear aus dem Wasserstoff.