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  1. Allgemeines
  2. Atmosphärisches
  3. Aufbau
  4. Ringe
  5. Triton

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3.1. Allgemeines

Die schönsten Neptunansichten sind immer noch diejenigen, die im Herbst '89 Voyager 2, etwas unbemerkt von der Öffentlichkeit, beim Vorbeiflug aufgezeichnet hatte. Damals brach ja nicht nur politisch eine Welt zusammen, die keiner mochte, zumindest den Augen des Astronomen tat sich eine völlig neue Welt auf, und das aus einer Minimal-Entfernung von nur 5000 km.

Voyager 2: Neptun

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3.2. Atmosphärisches

Von weitem als «wässrig» blau geschildert, was zum Meergott paßt, offenbarte Neptun von nahem eine außergewöhnlich dynamische Atmosphäre mit hellen und dunklen Flecken, die binnen weniger Stunden ihr Aussehen ändern. Nach der Enttäuschung mit Uranus, drei Jahre zuvor - der, wie Sie vorhin sahen, sich im dichten Dunst verbarg - durften die Meteorologen aufatmeten: endlich wieder ein Planet mit Wetter.
Die bläulich-grüne Färbung rührt her von der Absorption von rotem Licht durch Methan und vom Dunst natürlich. Bei den weißen Wolken in großer Höhe dürfte es sich überhaupt um gefrorenes Methan handeln. Daß neben Wasserstoff und Helium das Spurengas Methan wichtiger Bestandteil der Atmosphärenchemie ist, wußten Spektroskopiker allerdings schon vor 60 Jahren. Die Absorptionsbanden im Roten und Gelben soll sogar schon Vogel hier in Potsdam bemerkt und auf die spektrale Ähnlichkeit mit Uranus hingewiesen haben. Dem Methan kommt offenbar in der Neptunatmosphäre die Rolle des Wassers in der irdischen zu.
Unvergesslich auf den Voyager-Aufnahmen sind die beiden dunklen «Augen» auf der Südhalbkugel, vermutlich gewaltige Löcher im Ammoniakdunst. Entfernt erinnert der Große dunkle Fleck mit seinem Kranz aus weißen Wolken an den Großen Roten Fleck auf dem Jupiter. Allerdings sind Neptuns Wirbelstürme kürzerlebig als jener berühmte auf dem Jupiter: Aufnahmen mit dem Hubble-Space-Teleskop lassen ihn vermissen. Der erdgroße Fleck ist weg, offenbar verschwunden. Dafür ist auf der Nordhalbkugel ein neuer dunkler Fleck aufgetaucht. Auch weist Neptun zur Zeit (1996) mehr weiße Wolken auf, als beim Voyager-Besuch.

HST-Aufnahme vom Neptun

Die rechte Aufnahme wurde übrigens neun Stunden später gemacht als die linke, um uns die andere Halbkugel des rotierenden Neptun nicht vorzuenthalten.
Aus der Bewegung der atmosphärischen Flecken gegeneinander hat man auf starke zonale Winde mit Geschwindigkeiten über 1500 km/h geschlossen. Damit ist Neptun der windigste Planet im Sonnensystem. Motor für diese enorme atmosphärische Aktivität ist nun nicht wie bei der Erde die Aufheizung durch die Sonne. Neptun hat innere Wärme: So kann er 2½ mal mehr an Energie abgeben, als er von der fernen Sonne erhält! Als Ursache wird Restwärme aus der Zeit der Entstehung und ein gravitativer Senkungsvorgang angesehen. Das Wettergeschehen auf dem Großplaneten ist demnach hausgemacht. Darin unterscheidet sich Neptun übrigens vom Uranus, der ihm doch sonst in so vielem gleicht. Trotz innerer Hitze herrscht auf dem Neptun aber sibirische Kälte: 50 Grad überm absoluten Nullpunkt nahe der Tropopause.

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3.3. Aufbau

Das Gefüge der Jupiterähnlichen oder Riesenplaneten ist von der Leichtbauweise bestimmt: Viel Wasserstoff und Helium, wenig Schwereres. Dennoch muß Neptun über einen Gesteinskern verfügen. Die mittlere Dichte ist höher als beim Jupiter. Weshalb aber fehlt es Neptun an Wasserstoff und Helium?
Wir wissen nicht, wie die Gasriesen entstanden sind, aber vermutlich hätten die Zwillinge Uranus und Neptun gut und gern weitere Jahrmilliarden zum Wachsen gebrauchen können. Bevor sie sich eine gigantische Hülle aus Urnebelmaterial haben zusammenraffen können, war bereits alles vorbei: Ein starker Sonnenwind hatte das Baumaterial weggefegt. So gesehen sind die Geschwister unreif geblieben.


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3.4. Ringe

Voyager: Neptuns Ringe

Neptun ist von von Ringen umgeben, wobei der äußerste, der Adams-Ring, aus mehreren Bögen besteht. Es gibt übrigens unterhalb des Adams-Rings auch einen Le-Verrier- und einen Galle-Ring. Erst um 1980 hatten Sternbedeckungen zweifelsfrei die Existenz von Ringen bestätigt, nachdem sie immer schon gerüchteweise existierten. Wie auch bei den anderen Großplaneten wird die Ringstruktur durch Monde hervorgerufen, die sich teils inmitten, teils außerhalb der Ringe bewegen und diese gravitativ beeinflussen. Da die Lebensdauer des Ringsystems höchstens eine Halbe Milliarde Jahre beträgt, fragt sich jeder, warum gerade wir jetzt Augenzeuge eines solchen Systems sind. Irgendein Unglück muß kürzlich geschehen sein. Vielleicht ist ein Mond kaputt gegangen. Irgendwoher jedenfalls muß ja das Material, aus dem die Ringe sind, stammen.

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3.5. Triton

Voyager: Triton Voyager: Triton

Neben 6 Mini-Monden, schwarz wie Kohle und vor Voyager unbekannt, hat Neptun zwei glänzende Eismonde: Triton und Nereide. Triton wurde 17 Tage nach Neptun 150. Entdeckt hat ihn ein Liverpooler Bierbrauer, nachdem dieser die Koordinaten in der «Times» gelesen haben soll. Triton, der Sage nach nicht Mensch noch Fisch, ist so groß wie Pluto, läuft allerdings verkehrt herum und ist damit kein «richtiger» Mond. Vermutlich von weit herkommend, war er vom Neptun erbeutet worden. Schon möglich, daß dabei Pluto, der «Exzentriker», hinausgeworfen wurde. So etwas wird erörtert, unter «Katastrophentheoretikern».

Das eiskalte Material jenseits des Uranus ist übrigens für Kosmochemiker ein gefundenes Fressen, wenn ich mich so ausdrücken darf. Dort ist es niemals richtig heiß geworden, selbst nicht bei der Bildung des Sonnensystems vor 4½ Milliarden Jahren. Die Eise aus Wasser und anderen flüchtigen Substanzen der interstellare Wolke sollten sich dementsprechend in dieser «Tiefkühltruhe» unverändert erhalten haben.

Ein bißchen ist wohl auch Triton gereift. Insbesondere wird angenommen, daß er durch Radioaktivität und Gezeitenreibung aufgeheizt wurde und in der Tiefe einst über flüssiges Wasser verfügt hat. Wie Chemiker wissen, kann es unter diesen Umständen sogar zur Bildung organischer Substanzen wie Aminosäuren kommen. Das ruft unwiderruflich Exobiologen auf den Plan. Was in Tritons Innern denkbar ist, sollte auch in den Mutterkörpern von Asteroiden und Meteoriten möglich gewesen sein. Stammt das Material fürs irdische Leben vielleicht von dort draußen? Auch so etwas wird ernstlich diskutiert.

Tritons Südpolgegend ist von Methan- und Stickstoffschnee bedeckt. Die dunklen Streifen weisen auf Ablagerungen von Geysiren hin. Im unteren Teil sind zwei Walleben zu sehen, die, wie die auf dem Erdmond, von gewaltigen Einschlägen und kalten Lava-Überflutungen künden.

Wir nehmen Abschied von Neptun samt Ringen und Monden. Die Reise geht weiter.