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Orionnebel M42

Massereiche Sterne leben nur kurz. Schauen wir also die Gebiete im Kosmos an, wo massereiche Sterne vorkommen. Vielleicht erfahren wir etwas über die Vorgänge, die sich dort vor ein, zwei Millionen Jahren zugetragen haben. Beispielsweise im Orionnebel. Leider ist dieses beeindruckende Sternentstehungsgebiet (links unterhalb der drei Gürtelsterne im Winter-Sternbild Orion, im sog. Schwertgehänge) 1½-tausend Lichtjahre von uns entfernt. Was sehen wir? Neben Hunderten jugendlicher Sterne viel Gas und Staub. Das Gas, im wesentlichen Wasserstoff, wird durch die UV-Strahlung der massereichen Trapezsterne wie in einer Neonröhre zum Leuchten angeregt. Daher der Emissionsnebel. Ohne die UV-Bestrahlung bliebe das Gas für uns unsichtbar. Gas und Staub sind Baumaterial, das bei der Entstehung dieses Sternhaufens übriggeblieben ist und sich noch nicht verflüchtigt hat. Wir halten fest: Sterne entstehen aus interstellarer (d.h. zwischen den Sternen befindlicher) Materie. Das Problem: Dieses Gas ist hochverdünnt, technisch gesehen ein Hochvakuum. Sterne sind trillionenfach dichter! Nur eine Naturgewalt ist in der Lage, eine derartige Zusammenballung zu bewirken - die Schwerkraft. Sie will alles zusammenziehen, verdichten. (Am liebsten produzierte sie schwarze Löcher. Aber dem hat die Natur Gott-sei-Dank einige Riegel vorgeschoben.) Man stelle sich bildlich vor: ein Kubikkilometer an interstellarem Material wird auf weniger als ein Kubikmillimeter zusammengepresst, auf einen Punkt, wenn man nicht ganz genau hinguckt! Wenn da nur ein bisschen Drehimpuls ist... Aber davon später.

Allzu viel erzählen einem die wunderschönen Bilder von Emissionsnebeln nicht (es sei denn man sieht sie sich akribisch an, doch davon später) über die Sternentstehung. Eigentlich ist schon alles gelaufen, und die Überreste schweigen.

Rosettennebel Pferdekopfnebel Adlerhorst