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Astronomie mit Hans-Erich Fröhlich
Abb.: Hans-Erich Fröhlich

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Die Astronomie im Oktober 2002

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Liebe Leserin, lieber Leser,

Saturn geht bereits gegen 20 Uhr (MEZ) auf. Er befindet sich an der Grenze zwische Stier und den Zwillingen in 70 Lichtminuten Entfernung von uns und bewegt sich in den nächsten Monaten auf den Krebsnebel (M1) zu. Dieser Nebel, Nummer 1 in Messiers Nebelkatalog, ist Überrest der Supernova von 1054 und nur unter sehr guten Bedingungen mit einem guten Feldstecher zu sehen. 1054, d.h. genaugenommen 4000 Jahre zuvor, denn M1 ist 4000 Lichtjahre von uns entfernt, ist dort der Eisenkern eines massereichen Sterns unter seinem eigenen Gewicht zu einem Neutronenstern zusammengebrochen. Dabei wurde die Hülle des Unglücksstern abgeworfen. Die Reste der Hülle bilden den Nebel. Er dehnt sich heute noch aus. Der Neutronenstern ist ein sogenannter Pulsar. Sein periodisches Flackern mit 30 Hz kann auf allen Wellenlängen, vom Radio- bis zum Gammastrahlungsbereich, beobachtet werden. Er dreht sich 30mal pro Sekunde um seine Achse.

Gegen Mitternacht geht Jupiter auf. Man findet ihn im unscheinbaren Sternbild des Krebses, unweit der Präsepe (M44). Letztere, auch Krippe genannt, ist ein offener Sternhaufen, ein lohnendes Feldstecherobjekt.

Offene oder galaktische Sternhaufen sind im Gegensatz zu den gewaltigen Kugelsternhaufen meist ausgesprochen junge Sternansammlungen. Unter dem Einfluss von Störungen lösen sie sich meist binnen weniger hundert Millionen Jahren auf. Zu den jüngsten und schönsten Sternhaufen zählen h und chi im Perseus. Dieser Doppelhaufen, 8000 Lichtjahre entfernt, ist mit bloßem Auge sichtbar. Im Feldstecher sieht man Hunderte von Sternen. Sie sind erst wenige Millionen Jahre alt.

Westlich vom Perseus befindet sich die Andromeda, beide gehören ja der Sage nach zusammen. Über den berühmten Nebel M31 in der Andromeda wurde im vergangenem Newsletter schon berichtet. Er ist eine Spiralgalaxie, ein System von einigen 100 Milliarden Sternen, das wir aus einem Abstand von 2 Millionen Lichtjahren betrachten. Westlich von der Andromeda ist das Sternenviereck, das zum Pegasus gehört. Der Stern Nr. 51 hat Astronomiegeschichte geschrieben. 1995 wurde ein Planet um diese Sonne gefunden, der erste Planet außerhalb unseres eigenen Planetensystems.


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