
Die erste Jahrmilliarde ist noch nicht um, und schon hat es die Schwerkraft trotz Aufblähen des Raumes geschafft: Das Rauschen der Schöpfungsfrühe hat Kontur angenommen. Wellenberge sind zu Galaxienhaufen und Galaxien zusammengefallen, Wellentäler haben sich zu Leerräumen geweitet. Noch bestehen die Galaxienembryonen aus Gas, jedenfalls das, was wir von ihnen sehen, aber im Gas tummeln sich, wiederum durch die Schwerkraft gezeugt, erste Sterne. Die Computersimulation zeigt das Entstehen von Struktur in «dunklem» Stoff.
Welt-Rekord: z = 6,4
Dieser Quasar (Pfeil) aus dem «Großen Wagen» entfernt sich stündlich um 1 Milliarde Kilometer von uns. Das ist mehr als der größtmögliche Abstand zwischen Erde und Jupiter. Bloß noch 3,6% fehlen an der Lichtgeschwindigkeit! In dieser «Flucht» drückt sich die Expansion des Raumes aus. Der Quasar erstrahlte, als der Kosmos gerade mal 800 Millionen Jahre alt war. Die 1-m-Marke ist erreicht.
Babygalaxie unter der «Lupe»
Der rötlich leuchtende Bogen ist das durch eine Gravitationslinse verzerrt-verstärkte Antlitz einer weit im Hintergrund liegenden jungen Galaxie. Nach der Fluchtgeschwindigkeit von über 280000 km/s zu urteilen, ist sie im zarten Alter von einer Milliarde Jahre. «Lupe» ist der Vordergrundgalaxienhaufen Cl 1358+62.
«Hubble» blickt tiefer
Der Blick in die Ferne ist immer auch ein Blick zurück in die Vergangenheit. Der winzige Himmelsausschnitt vom «Großen Wagen», aufgenommen Weihnachten '95 mit dem amerikanischen Weltraumteleskop, zeigt Galaxien, die milliardenfach schwächer erscheinen als die schwächsten mit bloßem Auge wahrnehmbaren Sterne. Ihr Licht war viele Jahrmilliarden unterwegs gewesen. Potsdamer Astronomen hat es die gleiche Himmelsgegend angetan. Allerdings sehen wir die Dinge mit anderen Augen Röntgenaugen.
Bildquellen: Virgo Consortium, SDSS, HST (STScI/NASA)
21.01.2003
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