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Abb.: Hans-Erich Fröhlich
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Liebe Leserin, lieber Leser,

im Februar wird es richtig „magnetisch“. Vor einem halben Jahrhundert wurden die Pulsare, magnetische Neutronensterne, aufgefunden – durch Radioastronomen im englischen Cambridge. Jocelyn Bell Burnell (geb. 1943), einer Aspirantin von Antony Hewish (geb. 1924), waren regelmäßige Radiostrahlungsausbrüche im Rhythmus von 1,337 Sekunden aufgefallen. Sie kamen aus dem Sternbild Füchschen. Damit hatte niemand gerechnet. Die Entdeckung war „nicht geplant“ gewesen! Man hatte nach dem „Funkeln von Radiosternen“ Ausschau gehalten, nicht nach Neutronensternen. Diese waren etwas für Theoretiker und – vielleicht – Röntgenastronomen. Die Publikation zu CP 1919, dem ersten Cambridge Pulsar (CP), und zu zwei weiteren Pulsaren erschien am 24. Februar 1968. Übrigens: Die stärksten Magnete des Universums – sog. Magnetare – sind Neutronensterne!

Die Idee vom „unheimlichen Stern“, so nannte der sowjetische Physiker Lev Landau (1908–1968) den Neutronenstern, ist Jahrzehnte älter. Kaum ward 1932 nach zwölfjähriger Suche das Neutron als Bestandteil des Atomkerns von James Chadwick (1891–1974) erkannt, beschrieben 1934 Walter Baade (1893–1960) und Fritz Zwicky (1898–1974) den Neutronenstern als hartes Überbleibsel einer Supernova-Explosion. Den innovativen Astronomen ging es um die Energie, die bei einer Supernova freigesetzt wird. Nur Gravitationsenergie kam infrage. Lässt man im Rahmen der Newtonschen Gravitationstheorie einen x-beliebigen Körper unter der Wirkung seiner Eigenschwere zu einem Punkt zusammenbrechen, wird formal unendlich viel Energie frei. Um die Energetik einer Supernova zu verstehen reicht ein „Punkt“ von wenigen Dutzend Kilometern Größe. Und darin muss eine ganze Sternenmasse Platz finden. Nichts einfacher als das! Dazu muss man „nur“ den ungeheuren Leerraum, der in der Materie steckt, herausnehmen – Atome sind so gut wie leer! –, so dass die Atomkerne dicht an dicht liegen. Mehr steckte kaum hinter der Baade-Zwicky-Idee. Erst ab 1938 begannen sich Physiker in West und Ost, Robert Oppenheimer (1904–1967) in den USA und Lev Landau in der Sowjetunion, ernstlich für Neutronensterne zu interessieren.

Übrigens: junge Pulsare, wie der Krebsnebelpulsar PSR B0531+21, halten sich noch in ihrem Supernovaüberrest oder in dessen Nähe auf!

Heutzutage sind Neutronensterne wieder im Gespräch – als Quelle von Gravitationswellen.

Der Neutronenstern ist „unheimlicher“ denn je! Eine vergnügliche Lektüre wünscht

Hans-Erich Fröhlich

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