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Abb.: Hans-Erich Fröhlich
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[…] nur ganz zuletzt, da scheint's schnell zu gehen und schnell gegangen zu sein, – aber das ist so lange hin […], dass es der Rede und des Darandenkens nicht wert ist.
aus „Doktor Faustus“ von Thomas Mann

 

Liebe Leserin, lieber Leser,

wie man hört, ist die Jupitersonde Juno in die vorgesehene langgestreckte Umlaufbahn um den Riesenplaneten eingeschwenkt. Ein Foto des Galileischen „Planetensystems“ en miniature, allerdings ohne die Kallisto, hat die JunoCam aus einem Abstand von über vier Millionen Kilometern aufgenommen und bereits zur Erde gefunkt. Nun werden die Geräte aktiviert und für Beobachtungen und Messungen fit gemacht.

Vor 100 Jahren, am 31. August 1916, kam in Indien Robert Hanbury Brown (gest. 2002) zur Welt. Er wurde ein bekannter Radioastronom und entwickelte zusammen mit seinem Kollegen Richard Twiss (1920–2005) das Intensitätsinterferometer. Damit gelang in den 60er Jahren in Narrabri (Australien) das schier Unmögliche: die Messung der Winkeldurchmesser heller sonnenähnlicher Sterne – also von vergleichsweise kleinen Sternen, keine Sternriesen! Kennt man den scheinbaren Durchmesser einer Sonne, errechnet sich aus der scheinbaren Helligkeit ohne weitere Annahmen – hypothesenfrei! – die Flächenhelligkeit der Sonnenoberfläche. Diese aber ist ein Maß für die (effektive) Oberflächentemperatur. So gesehen ist das Hanbury Brown-Twiss-Intensitätsinterferometer eine Art „Sternthermometer“. Hanbury Brown und Richard Twiss waren „Quanten-Optiker“ bevor die Disziplin akademisch etabliert war. Man glaubte ihnen zunächst nicht.

Von der Gravitationswellenfront gibt es Neuigkeiten. GW-Astro­no­men konnten am 26. Dezember vergangenen Jahres an beiden LIGO-Obser­va­torien mit einem kleinen Zeitverzug ein Signal empfangen, das auf ein Verschmelzen zweier schwarzer Löcher von einigen Sonnenmassen hinzuweisen scheint. Nach dem spektakulären Erstnachweis eines Gravitationswellenausbruchs am 14. September wäre dies nun bereits der zweite Fall.

Stimmt die Interpretation, kündet das GW 151226-Ereignis von der letzten Sekunde im Dasein eines Doppellochs, als alles sehr „schnell gegangen zu sein“ scheint. Der Vorgang, der die Raum-Zeit heftig schwingen machte, ereignete sich vor über einer Milliarde Jahre. 55 Schwingungen des charakteristischen Chirp-Signals wurden im Rauschen von dem Suchalgorithmus binnen 70 Sekunden – also quasi in Echtzeit – entdeckt. Das Signal war anders als das GW 150914-Ereignis vom 14. September unterschwellig. Wüsste man nicht, wonach man suchen soll, man hätte es nicht gefunden.

Viele Auguststernschnuppen wünscht

Hans-Erich Fröhlich

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